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Logistik-Roboter im Realitätscheck

18.05.2026

Webinar „Transforming Transport": Was heute wirklich funktioniert – und was noch Zukunftsmusik ist

Am 18. Mai 2026 fand der zweite Teil der Webinarreihe „Transforming Transport" 2026 des Clusters Mobility & Logistics statt. Im Mittelpunkt stand eine Frage, die die Logistikbranche derzeit intensiv beschäftigt: Was können Logistik-Roboter – und insbesondere Humanoide – heute tatsächlich leisten, jenseits von Marketingvideos und Messeauftritten? Referent Dr. Oliver Zuchowski, Experte für Logistik-Automatisierung mit über 15 Jahren Erfahrung und Co-Host des Podcasts „Automation Awakenings", nahm den sogenannten „Humanoid-Hype" unter die Lupe.

Nach einem historischen Rückblick auf die Entwicklung mobiler Robotik seit den 1950er-Jahren zeigte Dr. Zuchowski, dass viele der heute prominent beworbenen humanoiden Systeme – darunter Boston Dynamics Atlas, Tesla Optimus oder NEURA Robotics 4NE-1 – bestenfalls den Status von Pilotprojekten oder frühen Experimenten erreicht haben. Was Produktvideos zeigen, seien häufig „orchestrierte Choreografien" unter optimierten Bedingungen – keine echte Autonomie im Tagesgeschäft.

Dem gegenüber steht die Realität bewährter Systeme: Fahrerlose Transportsysteme (AGV) und autonome mobile Roboter (AMR) laufen heute tausendfach im industriellen Betrieb – für Palettentransporte, Milk Runs und Produktionsversorgung, mit einem ROI von 0,5 bis 2 Jahren. Autonome Hochhubwagen und Schubmaststapler bieten großes Potenzial, setzen aber standardisierte Prozesse, stabile Infrastruktur und definierte Umgebungen voraus.

Sein zentrales Fazit: „Nicht die Navigation ist heute oft das Problem. Sondern die Varianz der Realität." Robotik skaliere am besten dort, wo Prozesse standardisiert sind. Humanoide sollten dennoch nicht unterschätzt werden – für heute empfahl Zuchowski jedoch, auf bewährte, skalierbare Lösungen zu setzen und den Hype mit gesundem Pragmatismus zu begegnen.

Die anschließende Diskussionsrunde bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, konkrete Fragen einzubringen. 

 

HINWEIS

Die Veranstaltung war Teil der Transformationsnetzwerke der Bundesregierung (Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWE). Das Regensburger Projekt transform.r unterstützt Unternehmen bei der Bewältigung des Strukturwandels in der Automobilindustrie.

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